Im Delta war dann Entspannung pur angesagt. Morgens nach dem Fruehstueck ging es per Mokoro zurueck nach Pom Pom Island und dort haben wir dann zu Fuss die Tier- und Pflanzenwelt erkundet. Am letzten Tag konnten wir erst gar nicht an Land gehen, weil zwei Elefanten direkt an der Anlegestelle gefruehstueckt haben. Wenn man zu Fuss unterwegs ist, wirkt so eine Giraffe natuerlich gleich noch imposanter. Wir haben die natuerlichen Utensilien zum Zaehneputzen kennengelernt und auch versucht, auf traditionelle Art Feuer zu machen. Anthony hat fuer seine Zigaretten aber lieber weiterhin sein Feuerzeug genommen ;-)
Am spaeten Vormittag ging es dann wieder zurueck auf unsere Insel und jeder hat sich dann zur Siesta an irgendeinen Schattenplatz verzogen und wir haben geschlafen, gelesen, Tagebuch oder Postkarten geschrieben oder ein bisschen geplaudert. Etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang ging es dann wieder los, entweder per Mokoro oder zu Fuss, um einen schoenen Platz fuer den Sonnenuntergang und die zughoerigen kuehlen Drinks zu finden. Die Sonnenuntergaenge im Delta sind einfach postkartenschoen und genauso kitschig und es ist einfach unglaublich, dass man gerade wirklich da sitzt und das alles hautnah erlebt.
Wenn wir von unserem Sundowner zurueckkamen, war Anthony schon mitten in den Vorbereitungen fuer's Abendessen und das haben wir uns dann beim Schein von Lagerfeuer und Stirnlampe schmecken lassen. Die Abende rund ums Lagerfeuer waren dann noch sehr beeindruckend, weil rund um unser Camp mehrere Elefanten ihr Abendessen eingenommen haben. Ausserdem waren die Flusspferde so nah, dass wir ihr Kauen beim Grasen hoeren konnten. Unser Toilettenplatz war besonders beliebt, weil niedrige Palmen in der Naehe gewachsen sind. Da musst dann immer Plan B her, ein Busch, der bei den Elefanten nicht ganz so beliebt war.
Am Morgen des vierten Tages ging es dann wieder per Mokoro und LandCruiser zum Flugfeld auf Pom Pom Island und zurueck in die Zivilisation nach Maun. Da konnte ich dann endlich Briefmarken kaufen und an den Geldautomaten, um mit Pula (Regen, die Waehrung von Botswana) reich zu werden. Zurueck am Drifters Camp am Boteti Fluss, haben wir dann nochmal relaxt und abends gab es ein grosses Grillfeuer. Am naechsten Morgen wurde Anthony dann schon zappelig, aber wir mussten auf Ryan warten, der uns das Eis fuer unsere Kuehlbox aus der Stadt mitbringen wollte. Denn einer seiner Grundsaetze lautet "No warm drinks", obwohl das doch nicht immer ganz geklappt hat.
Die Fahrt von Maun Richtung Madgadigadi Pans war dann recht ereignislos, aber trotzdem angenehm, da auf Teerstrassen und mit den ersten Wolken vor der Sonne, die gerade nachmittags doch ziemlich gnadenlos vom Himmel brannte. Die letzte Stunde ging es dann weiter auf einer sandigen Huckelpiste und da ereilte uns dann auch noch die erste richtige Panne: ein platter Reifen. Also alles raus aus dem Truck und einen kuehlen Drink und Chips in die Hand genommen und den Jungs beim Arbeiten zugeschaut ;-) Tja, leider koennen Frauen wirklich keine 140kg schweren Reifen durch die Gegend bewegen. Trotz Wagenheber musste dann doch noch ein ziemliches grosses Loch in die Strasse gegraben werden, um den neuen Reifen auf die Achse zu kriegen (das haben wir auf dem Rueckweg dann wieder zugemacht, es gibt ja schliesslich schon genug Schlagloecher). Nach ca. 1 Stunde ging es dann weiter, so dass wir genau passend zum Sonnenuntergang am Rande der Salzpfanne und somit unserem Camp ankamen. Diesen Sonnenuntergang haben wir dann vom Dach des Truck aus genossen. An diesem Abend wurde es rund um das Lagerfeuer auch unangenehm kalt, da ein ziemlicher Wind blies. Aber erfahrene Guides haben ja fuer alles eine Loesung und so gab es an diesem Abend sogar eine Sitzheizung: einfach ein paar Holzkohlestuecke aus dem Feuer unter dem Stuhl platziert und es wird von unten/hinten ganz wunderbar warm!
Nachts haben wir dann draussen geschlafen, ganz ohne Zelt, dafuer mit ein paar zusaetzlichen Decken - und mir war nachts noch nie so warm wie in dieser Nacht. Ausserdem konnte ich sogar das erste Mal ohne Ohrstoepsel schlafen. Morgens um halb sechs musste ich dann nur ein Auge aufmachen und habe direkt in die aufgehende Sonne geschaut. Einfach unglaublich schoen. Bevor es dann weiter nach Nata ging, dem End- und Anfangspunkt unserer Reise in Botswana, haben wir noch einen kleinen Game Walk gemacht.
In Nata haben wir dann wieder die Freuden der Zivilisation (Duschen und Swimmingpool) genossen, bevor wir dann nochmal in einen kleinen Nationalpark gefahren sind. Jetzt war da nicht wirklich was zu sehen, nur eingetrocknetes Salz, aber zu anderen Jahreszeiten gibt es dort hunderte von Flamingos. Wir hatten trotzdem viel Spass beim Sundowner und beim Schiessen von lustigen Gruppenfotos. Auch spaeter beim Abendessen ging es dann sehr lustig, aber auch ein bisschen wehmuetig zu. Anthony hat sein Trinkgeld stilecht in einer Bierdose bekommen und wir haben dann noch ein bisschen an der Bar gestanden und haben Amarula on the rocks getrunken. Die Nacht haben wir dann wieder draussen geschlafen, da die neue Gruppe doch sehr gross war und es nicht genuegend Zelte gab. Aber wir waren ja jetzt schon die alten Hasen.
Die Fahrt zurueck nach Johannesburg hat dann wieder von morgens sechs bis abends sechs gedauert und war einfach nur lang. Wir waren dann doch alle froh, als wir endlich wieder im Johannesburg Inn angekommen sind. Dort mussten wir Edward und Hartger dann schon verabschieden, die von Freunden abgeholt wurden. Wir anderen sind alle erst am naechsten Abend geflogen, so dass wir noch einen ruhigen Tag in Joburg verbringen konnten. Ich war dann noch ein bisschen einkaufen und habe mich natuerlich vor allem mit Buechern eingedeckt. Der Flug war dann voellig in Ordnung. Die Chefstewardess hat mich nur einmal fast zu Tode erschreckt, weil sie mit einem Fax aus Johannesburg kam: sie hatten vergessen meinen Flight Coupon einzusammeln. Ich hatte natuerlich gleich an sonstwas gedacht...
Tja, und nun ist die schoene Reise schon wieder vorbei und ich muss mit den im Vergleich ziemlich herbstlichen Temperaturen in Frankfurt zurechtkommen. Aber ich bin so begeistert von Botswana, dass ich gleich fuer die naechste Reise sparen werde.
Samstag, 15. September 2007
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